Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde St. Johannis in Brandenburg an der Havel

Früheres Kirchengebäude

1237 ließen sich Franziskaner am Rande der Altstadt Brandenburgs nieder. Sie ließen um 1250–1270 eine Kirche erbauen und nannten sie St. Johannis. Es war eine langestreckte Saalkirche mit einem Flachdach aus Backstein und mit schlanken Fensterschlitzen. Um 1310–1330 erfolgte ein Umbau. Die Schlitze wurden mit Strebepfeilern zugesetzt und die Mauern auf fast die doppelte Höhe gebracht. Die Wand über dem Nordportal wurde mit einer Rosette gestaltet. Von 1411–1420 wurde der Laternenchor erbaut. Er folgte dem Beispiel der Berliner Klosterkirche. Im 14./15. Jahrhundert erfolgte der Anbau der Sakristei, der Kapellen und einer Bibliothek im Norden. 1460–1469 wurde im Süden ein Glockenturm angebaut. Südlich grenzte an die Kirche eine zweihöfige Klosteranlage, die zugleich die südliche Ecke der Stadtbefestigung war. Die Stadtmauer wurde 1865 abgebrochen.
Das Franziskanerkloster wurde durch den brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. (1505–1571) nach der Reformation aufgehoben. Ab 1544 nutzte die Stadt die Klostergebäude als Hospital. Die Kirche blieb ungenutzt. Ab 1687 diente die Kirche den eingewanderte Hugenotten sowie der deutsch-reformierten Gemeinde in Brandenburg für ihren Gottesdienst. 1849–1850 wurde sie restauriert. Dabei wurde das 1679 abgerissene Langhausgewölbe gotisierend rekonstruiert.
1945 wurde das Westjoch durch einen Bombentreffer zerstört. Die Umfassungsmauer des Westjochs stand noch auf einer Höhe von 3 m. Das Dach und die Westmauer stürzten 1985 ein. Da die Kirche seit 1968 für den Abriss vorgesehen war, war sie bautechnisch vernachlässigt worden. Ab 1985 konnte die Kirche nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden. 1991–1992 wurde die Kirche mit einem Notdach und einem Innengerüst notgesichert. Die Notsicherung konnte aber den Einsturz des Gewölbes nicht verhindern, da die Kirche auf Morast steht. Ab 2007 konnte die Ruine stabilisiert werden und die Instandsetzung der Kirche beginnen. Es gab archäologische Untersuchungen, die auch die Suche nach einer möglichen Gruft mit Hilfe radartechnischer Mittel beinhaltete. Für die Bundesgartenschau 2015 erhielt das Gotteshaus wieder ein Dach. Die Fenster der Johanniskirche wurden wieder verglast und das Kirchenschiff wurde nach Westen mit einer Glaswand geschlossen.
Die Johanniskirche ist heute nicht mehr das Eigentum der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Brandenburg an der Havel. Die Gemeinde ist aber nutzungsberechtigt. Mehrfach im Jahr finden in der Johanniskirche Gottesdienste statt.

Gemeindehaus

Das Gemeindehaus der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Brandenburg an der Havel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es steht unter Denkmalschutz. Hier finden die Gottesdienste der Gemeinde statt.

Kirchengemeinde

Seit 1685 gibt es in der Stadt Brandenburg an der Havel reformierte Christen. Sie fanden sich in zwei Gemeinden, einer deutsch-reformierten und einer französisch-reformierten zusammen. Die französisch-reformierte Gemeinde entstand durch die Zuwanderung französischer Glaubensflüchtlinge. Durch kurfürstliche Verfügung vom 16. Dezember 1685 erhielt die französisch-reformierte Gemeinde zunächst die Nikolaikirche als Predigtstätte. Am 3. Oktober 1687 wurde ihnen die Johanniskirche zugewiesen, die ab dem 19. November 1687 auch durch die deutsch-reformierte Gemeinde genutzt wurde. Die französisch-reformierte Gemeinde besaß einen eigenen Prediger bis 1830. Am 1. Februar 1835 kam es zur Vereinigung der französisch- und der deutsch-reformierten Gemeinde. Die Gemeindeglieder stammten aus Frankreich, der Pfalz und der Schweiz. Sie fühlten sich dem reformatorischen Ansatz Zürcher und Genfer Prägung besonders verbunden. Dieses Verständnis evangelischen Glaubens und Gemeindelebens prägt die Gemeinde bis heute im Gottesdienst, der Begegnung mit biblischen Texten und der Gegenwart und allen anderen Äußerungen gemeindlichen Lebens. Seit vielen Jahren sind die Mitarbeit im diakonischen Bereich vor Ort und die Realisierung von Projekten in Mittel- und Osteuropa gemeinsam mit ihren Partnergemeinden in Deutschland und den Niederlanden wichtige Anliegen in der Arbeit der Gemeinde.

Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde St. Johannis in Brandenburg an der Havel bildet zusammen mit der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Hohenbruch den Evangelisch-Reformierten Pfarrsprengel Hohenbruch/ Brandenburg an der Havel.

Pfarrer

Der Pfarrer der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde St. Johannis ist Malte Koopmann.


Telefon Mobilfunk: 0157 / 84 49 77 86
E-Mail: m.koopmann(at)reformierterkirchenkreis.de

Um sich mit Pfarrer Koopmann in Kontakt zu setzen, können Sie auch das Kontaktformular benutzen.

Adresse der früheren Kirche

St. Johannis
Johanniskirchplatz
14770 Brandenburg a. d. Havel

Adresse der Gemeinde

Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde St. Johannis
Ritterstraße 94
14770 Brandenburg a. d. Havel
Telefon: 0 33 81 / 20 02 00
E-Mail: pfarramt.brandenburg(at)reformierterkirchenkreis.de

Links

Bildergalerie Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde St. Johannis in Brandenburg an der Havel

Kirchturm St. Johannis Thumbnail Image
Kirchturm St. Johannis
Kirchturm St. Johannis
Kirchengebäude St. Johannis von Jahrtausendbrücke Thumbnail Image
Kirchengebäude St. Johannis
Kirchengebäude St. Johannis von Jahrtausendbrücke
Blick von Jahrtausendbrücke Thumbnail Image
Blick von Jahrtausendbrücke
Blick von Jahrtausendbrücke
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Gemeindehaus Kirchengemeinde St. Johannis
Gemeindehaus Kirchengemeinde St. Johannis
  • Portrait Pfarrer Malte Koopmann
    Portrait Pfarrer Malte Koopmann
  • Malte Koopmann

    3 Fragen an Pfarrer Malte Koopmann

    Was ist Ihnen wichtig Herr Pfarrer?

    Was ist für Ihre Arbeit als Pfarrer wichtig?

    Was ist Ihnen in Ihrem persönlichen Leben wichtig?

  • Werdegang

    Werdegang

    Mein Name ist Malte Koopmann; ich bin seit April 2014 Pfarrer im Evangelisch-Reformierten Pfarrsprengel Hohenbruch/ Brandenburg an der Havel. Meine Frau Elisabeth ist als evangelische Pfarrerin Krankenhausseelsorgerin im katholischen St. Josephs-Krankenhaus in Potsdam; unsere Tochter Sophie wurde 1995 geboren und absolviert derzeit eine Ausbildung zur Sozialassistentin in Brandenburg.

    Mein erstes theologisches Examen legte ich 1987 im Sprachenkonvikt Berlin ab; das Vikariat absolvierte ich bei Pfarrer Hartmut Grüber in der Evangelisch- Reformierten Gemeinde Hohenbruch. Von 1989 bis 1998 war ich Pfarrer in Dahme/ Mark; anschließend arbeitete ich als Militärseelsorger bis 2010. In diese Zeit fällt auch meine Begleitung der Bundeswehr im 8. Kontingent ISAF nach Kabul (Afghanistan). Bis 2014 hatte ich die Pfarrstelle Königs Wusterhausen inne.

    Mit meinem Dienst in Hohenbruch und Brandenburg kehre ich gewissermaßen zu meinen beruflichen Anfängen zurück. Ich freue mich darauf, ein Teil des Gemeindelebens an beiden Orten sein zu dürfen. Die Schwerpunkte meines Dienstes sind das gottesdienstliche Leben als Fundament des Gemeindebaus, die lebensbegleitende Seelsorge und die biblische Bildung.

  • Kontakt

    Zu erreichen ist Pfarrer Malte Koopmann wie folgt:

    Ritterstraße 94
    14770 Brandenburg a. d. Havel
    Telefon Mobil: 0157 8 44 9 77 86

    E-Mail: m.koopmann(at)reformierterkirchenkreis.de

    Um sich mit Pfarrer Koopmann in Kontakt zu setzen, können Sie auch das Kontaktformular benutzen.

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    Zum nachlesen der Predigten von Pfarrer Koopmann gehen Sie bitte auch auf malte-predigt.de

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