Was heißt es Reformiert zu Sein?

In diesem Sinne begreifen wir Jesu Auftrag, zu den Menschen zu gehen (Matthäus 28), als Einladung, an seiner Sendung (Missio) teilzuhaben. Die Familie war über Generationen der Ort, an dem der christliche Glaube weitergegeben wurde, zumal dort, wo Familiengeschichte und konfessionelle Identität so eng miteinander verknüpft sind wie bei den Nachfahren der Hugenotten, Pfälzer, Böhmen und Holländer. Doch die Folgen von Traditionsabbruch und erhöhter Mobilität treffen uns genauso wie andere Gemeinden. Eine Minderheit wie die Reformierten muss dabei besondere Anstrengungen unternehmen, um Menschen für sich zu interessieren. Denn das ist die andere Seite der Mobilität: viele Menschen, die in unsere Region ziehen, nutzen den Umzug, um sich auch kirchlich "umzusehen". Das ist die Chance für die reformierten Personalgemeinden in Potsdam und in Berlin. Sie wird genutzt. Der schlichte, "niederschwellige" Stil unserer Gottesdienste erleichtert es, Kontakt zu finden. Offene Nachgespräche, besondere Gemeindetage, Exkursionen, regelmäßige Begegnungen mit Christen aus anderen Ländern und eine gewisse "Francophilie" ziehen in wachsender Zahl Menschen in die Gemeinden, die eigentlich "von Hause" aus gar nicht reformiert sind. Von besonderer Bedeutung ist dabei für viele der strikte Bezug auf die Heilige Schrift – in Form von Predigtreihen (Lectio continua) und Bibelarbeiten. Denn hier entscheidet sich, ob wir eine Kirche sind, die sich immer wieder erneuern lässt und sich erneuert. In den uckermärkischen Dörfern geht es darüber hinaus um verlässliche Nachbarschaft, um Seelsorge und Zeugnis an denen, die geblieben sind, die oft alt und krank sind. In einigen Dörfern bekommt zudem die Arbeit mit jungen Familien eine neue Bedeutung – denn viele Berliner haben sich niedergelassen und sind an den Wochenenden und in den Ferien ansprechbar. Familiengottesdienste und Gemeindetage sind sehr beliebt. Eine Art "Urlauberseelsorge".

Bibelkontext: Der Auftrag des Auferstandenen

16 Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa, auf den Berg, wohin Jesus sie befohlen hatte. 17 Und als sie ihn sahen, warfen sie sich nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat zu ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. 19 Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, 20 und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Matthäus 28, 16-20

Quelle: Züricher Bibel. Theologischer Verlag Zürich 2007.

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